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„Bereitet dem HERRN den Weg, denn siehe der HERR kommt gewaltig.“ Jes. 40,3b.10b
Augen und Ohren auf: Dieser zusammengepuzzelte Wochenspruch hat es in sich und zwingt uns nach den ersten beiden Wochen des Advents Bilanz zu ziehen: Wie sieht´s aus mit der „Wegbereitung des Herrn“? Neben Schnäppchen-Suche in Kaufhäusern, dem geselligen Punsch auf dem Adventsmarkt, dem Rodeln mit dem Schlitten, dem Fällen des Weihnachtsbaumes, dem verstohlenen Nachgreifen in die Guatsle-Box? Wo bleibt da eigentlich das „gewaltige Kommen Gottes“??!
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Im Original findet sich folgende Einführung des Wochenspruchs: „Es ruft eine Stimme in der Wüste…“ (Jesaja 40,3a). Und ergänzend heißt es: „Siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig…“ (Jes 40,10a)
Wir warten mit Gott auf Gott – mitten im Alltag
Das schafft Klarheit: Wir warten nicht auf den ausstehenden Gott, wir warten mit Gott auf Gott. Dem kommenden Gott bereiten wir den Weg, wenn wir mitten im Leben aus dem Leben heraustreten und uns auf Seine Stimme abstimmen, sprich: mitten im Alltags-Leben an den Rand treten, dem Advent leise Töne schenken, immer wieder inne halten und Gottes Dasein im Alltäglichen entdecken. Adventliche Existenz könnten somit heißen:
* Statt zwei Guatsle auf einmal runterschlingen, bewusst das eine Genießen und darin die Güte des anwesenden Gottes schmecken (alternativ: warmer Punsch).
* In der bewusst wahrgenommenen Schneefreude der Kinder etwas von der Lebensfreude Gottes verspüren.
* In den Kerzen, Geschichten, Liedern und Bibelworten meiner innersten Sehnsucht begegnen und ihr mit ihnen einen schützenden Mantel umlegen.
* Und: Einen Gottesdienst mitfeiern, der nicht nur innere persönliche Vorbereitung des Einzelnen fordert, sondern sie ihm zuallererst ermöglicht.
Immer schon kommt ER auf uns zu und lässt sich finden: Unser ALLTAG bietet dafür unendlich viel Gleichnis und Geheimnis. Das wahrzunehmen, bereitet IHM den Weg. Gewaltig. Probieren Sie`s aus.
Steffen Kaupp