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„Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll.“ Jes. 6,3
Wow, ein  Satz, der’s in sich hat! Ein Credo mit Power! Was bewegt er in mir? Er lässt mir in Gedanken den Sanctus aus der Deutschen Messe von Franz Schubert anklingen. Er erinnert mich an Kathedralen, große Kirchen wie zum Beispiel die Dresdener Frauenkirche in der Gottes Lob erklingt und er lässt in mir ein Gefühl der Erhabenheit, der Größe und der Allmacht unseres Gottes aufkommen. Welch ein Vorrecht, diesem großen Gott zu gehören und Teil seiner Schöpfung zu sein!
Jesaja, aus dessen Berufungsgeschichte dieser Text stammt, steht vor diesem Gott und wird angesprochen. Bebend steht er vor ihm, lässt sich reinigen von seiner Schuld und wird berufen zu seinem Auftrag als Prophet. Nicht immer fällt es ihm leicht, die Botschaft weiter zu geben, die er von Gott bekommt, aber er tut dies in aller Treue und Entschlossenheit mit Aussagen, die bis heute auch für uns große Bedeutung haben.
Einige Male hatte ich Gelegenheit, in Israel, dem Land wo Jesaja vor vielen Jahren gelebt hat, unterwegs zu sein. Auch dort gibt es viele Orte, wo einem die Größe und Heiligkeit Gottes bewusst wird. Da sind die großen Quadersteine der Außenmauer des Tempels, die sogenannte Klagemauer, Synagogen und Kirchen in denen Gott gelobt wird. Aber an eine Stelle in Jerusalem, da zieht es mich immer wieder hin: Da steht eine kleine Bank in der Grabeskirche gegenüber dem Kreuz an der Stelle, wo Golgatha gewesen sein soll. Diese Bank habe ich für mich zu „meinem Bänkle“ erklärt. Dort möchte ich jedes Mal, wenn ich in Jerusalem bin, wenigstens einmal hin. Und meistens hab ich dort auch noch Platz bekommen. Dort bin ich diesem großen, heiligen Gott in Jesus Christus ganz nah. Ich kann alles um mich herum vergessen und ihm sagen, was mich freut und bedrückt. Kann abladen und durch sein Leben, Sterben und Auferstehen neue Kraft schöpfen. Dieses „Bänkle“ nehm ich dann „in Gedanken“ mit und kann  da auch zu Hause immer wieder unter Jesu Kreuz Platz nehmen, zur Ruhe kommen und mit ihm meine innersten Gedanken austauschen. Das tut mir gut.
Ein solches „Bänkle“, irgendwo, wünsch ich Ihnen auch in dieser Woche, wo sie mit diesem heiligen Gott und seinem Sohn Jesus Christus sich treffen können.
Werner Eberle